Schnackenburg
Diesen Ortsnamen hörte ich in der 5. Klasse das erste mal, denn am Ende des Schuljahres ging die erste einwöchige Klassenfahrt in das Gemeinschaftshaus nach Schnackenburg. Herr Krüger, unser Lehrer, musste unsere Pläne (nachts rüber zu den Jungs… kiecher, kiecher) abgehört haben, denn mit laaangen Radtouren, Nachtwanderungen und Schnitzeljagden sorgte er für ausreichende Bettschwere.
Von Schnackenburg blieb mir die Elbe im Kopf, der kleine Hafen und dass Frau Bauer nicht von meinen Künsten des Bettbeziehens überzeugt war und mich und die Decke noch mal aus dem Bettbezug befreite, um das “mal richtig” zu machen.
Und einmal in dieser Woche wurde neben dem Gemeinschaftshaus die Gemeinschaftsdusche angeworfen, damit die besorgten Eltern ihre Brut am Freitag sauber und gut riechend wieder in Empfang nehmen konnte. So war das damals.
Viele Jahre später hatte ich dann meine Ausbildung hinter mir und beim meinem neuen (und noch jetzigen) Arbeitgeber, wurde Schnackenburg wieder aktuell.
Map Channels – Free Mapping Tools
Schnackenburg ist die östlichste Stadt Niedersachsens und die kleinste Stadt Deutschlands. Und – hier kommt nun mein Arbeitgeber ins Spiel – Schnackenburg liegt an der Elbe und an der ehemals innerdeutschen Grenze. Nun war es mit dem Umweltschutz nicht immer so toll und deshalb wurde 1976 (da war ich noch nicht dabei!) dort auf dem Deich eine Messstation gebaut und beobachtet, was da so aus der DDR ins schöne Niedersachsen reingeflossen kam.
Spannend war das schon. Beprobungen in Strommitte sahen dann so aus, dass wir mit Eimer, Messkram und Schwimmwesten, aufs Zollboot stiegen, die mit uns zur Strommitte fuhren und wir dort unseren Eimer wiederholt versenkten, bis alle Flaschen gefüllt waren. Das unter Beobachtung der Aufpasser auf DDR-Seite. Die sich wiederum mit ihrem Boot neben unser Boot setzten und auch ganz oft Fotos von uns machten. Oder uns aus ein paar Metern Entfernung mit dem Fernglas beobachteten. Wo die ganzen Fotos von mir beim Wasserfassen wohl geblieben sind…
Nun jedenfalls die Messstation ist noch immer da, dort werden diverse kontinuierliche Messungen vorgenommen und mit verschiedensten automatischen Probenehmern Proben für unterschiedlichste Messparameter genommen. Und die Messungen Strommitte werden jetzt ganz profan von der Fähre aus gemacht.
Und weil es in Schnackenburg echt schön ist, hab ich gestern Tobi dort mit hingenommen, damit wir mal einen Geocache verstecken und einen Sightseeing-Cache machen konnten. Und als Tobi dann auch noch einen Hund ausgemacht hatte, der mit ihm Bällchen spielen wollte, war er auch total von Schnackenburg angetan.
Hier sind noch ein paar Impressionen von gestern.
Der Hafen, dort fließt der Aland in die Elbe:
Hafeneinfahrt von der anderen Seite, hier ist auch unsere Messstation dunkel zu sehen:
Eine kleine Gasse:
Dorfplatz am Grenzlandmuseum (nebenan warte der Hund mit seinem vollgesabberten Bällchen auf euch):
Wer noch mehr Schnackenburg und auch ein wenig Gartow sehen möchte, der kann bei Flickr gucken.
2 comments
Mittwoch, 1. September 2010, 18:13 Uhr |
kobalt |
Allgemein, Geocachen, Tagesschau, Unterwegs |























