Also ehrlich, wenn man einer Frau ungefähr 23.857 Sofas zeigt, wie soll sie sich da entscheiden können. Ich glaube, ich will kein neues. Selber Schuld. *schmoll*

Als ich am Möbelhaus heute morgen gegen 9:35 Uhr aufschlug, war ich überrascht, wie leer es noch war. Am Eingang bekam man erst mal eine Minischachtel Milka Herzchen (weiß nicht wie die heißen und such jetzt auch nicht extra) in die Hand gedrückt. Nougat. Wenn’s sein muss. ;-)

Dann lief ich durch die Weihnachtsabteilung, die kein Ende nahm und sucht nach dem Weg nach oben. Dass die Sofas im ersten Stock und die Betten im zweiten Stock waren, das hatte ich nämlich schon durch den Prospekt rausbekommen. Ich war quasi gut vorbereitet.

Der Weg nach oben stellte sich dann nicht, wie erwartet, als Treppe heraus, sondern als, ja, wie nenne ich das jetzt? Wendelrampe? Wendelschräge? Also es war wie eine riesige Wendeltreppe, nur ohne Stufen. Und wenn nicht alle Familien nebeneinander hätten gehen müssen, dann wäre ich ruckzuck da hoch gestapft.

Und wie das ja ganz oft ist: das Objekt der Begierde stand quasi direkt vor mir. Hallo? Ich komm da die Schräge hoch und stehe quasi direkt vor meinem neuen Ecksofa? Klein, nett, kuschelig sah es aus. Doch leider kam das Erwachen beim Probesitzen: die Sitzfläche war so lang, dass man sich gar nicht hinten anlehnen konnte. Nur, wenn man sich eins der riesigen Kissen in den Rücken stopfte und dann auch nicht gemütlich. Oh männo! So schön wär das gewesen und sogar ein Preisschnäppchen. Aber ich hab es erst mal stehen gelassen und hab meine Runden (Schleifen, Ellipsen, Knoten) gedreht.

Aber wie es dann so sein soll: nichts, was hundertprozentig zusagt. Leder schied schon mal gleich aus, ist mir zu kalt. Dann ist wohl momentan sehr grober Stoff ganz doll in Mode. Kartoffelsackähnlich, nur in diversen Farben. Igitt, gar nicht meins. Damit schrumpfte die Auswahl schon zusammen. Klein muss es sein, für mein kleines Wohnzimmer. Also nicht so wummig, mit riesigen Rückenlehnen. Schon wieder schrupft es. Und so ganz grade Sachen mag ich auch nicht. *schrumpf* Und nicht zu hart und nicht zu weich, am liebsten knallrot, keine Schlammfarben, keine hohen Armlehnen und nun folgen noch etwa 78 andere Kriterien. Die Sache mit der Sitzfläche nicht zu vergessen. Ich bin nicht so groß und möchte nicht, wenn ich mich anlehne mit den Füßen in der Luft wippen. Die Ausbeute war dann also quasi null. Machen wir mal mit dem Bett weiter…

Also noch ein Stockwerk höher und gleich wurde es noch frustrierender. Mein Bett muss mit dem Kopfteil unter der Schräge stehen und damit darf das Kopfteil nur 70 cm hoch sein. Haha, damit haben wir dann ja schon mal ein Ausschlusskriterium für etwa 98% aller Betten. Der Rest sieht aus wie Kinderzimmerbetten oder so Dinger aus dem Dänischen Bettenhaus, unlackiert, gebeizt. Urks, die sehen aus, als ob man die im Garten aufstellen könnte. Druckimprägniert. Passend zum Palisadenzaun. Frust.

Ein Schlafsofa brauche ich nun überhaupt nicht, aber ich schlenderte trotzdem so durch die Abteilung, als mir dieses Bettsofa ins Auge fiel. Nicht so groß, falsche Farbe, aber da kann man ja wohl was machen. Und dort als Eck-Bettsofa aufgebaut. Saß sich nett, schöne Armlehnen. Hallo, Herr Berater… Und schon hatte ich den am Bein, der übrig geblieben war. Ich erzählte ihm, was ich wollte, kein Bettsofa, sondern das als Ecksofa. Seine Antwort: Ist aber ein Bettsofa. Ach echt? Also pass mal auf, noch mal: Bekomme ich das auch als Ecksofa, ohne Bett? Staunen auf der anderen Seite. Er müsste mal den Katalog holen. Keine drei Meter von uns entfernt stand der Computer. Aber er machte sich auf die Suche nach dem Katalog. Den er nicht fand, die Kollegin half dann auf die Sprünge. Aha, wir kommen weiter. Nachdem wir dann endlich auch das richtige Modell in dem 6-seitigen Faltblatt gefunden hatten (es gibt Situationen, da möchte man den Leuten die Sachen aus der Hand nehmen und einfach nur selber gucken, weil man schneller ist), ging es doch tatsächlich, dass man sich aus den Einzelteilen ein Ecksofa zusammenbasteln konnte. Siehe da!
Ich mach es kurz: es wurde schwierig. Er konnte mir keine genauen Preise sagen, weil das auf den Stoff ankommt (den ich gern ausgesucht hätte für den Fall). Er konnte für einige Teile keine Preise finden, steckte sich die Visitenkarte, auf die er in unleserlicher Schrift Notizen für mich machte, zwischendurch mal in den Mund (bahhh!), lief länger mal durch die Gegend um Kollegen zu fragen und letztendlich habe ich einen Ungefährpreis bekommen, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob auch wirklich alles drin ist. Über Kissen oder sowas haben wir uns nicht unterhalten. War mir dann auch zu anstrengend.

Auf dem Weg nach unten schnappte ich mir dann noch einen Berater aus der Sofaabteilung, der mir das erste Objekt der Begierde ausreden sollte. "Mein" wunderschönes Ecksofa mit der schrecklich langen (tiefen?) Sitzfläche. Es bestand ja noch die Hoffnung, dass die Firma auch richtige Sofas machen kann. Nein, kann sie nicht. Das ist der letzte Schrei, wurde mir mitgeteilt. Da soll man sich "draufflegeln". Also eigentlich ein Liegesofa, Oder man muss die großen Kissen in den Rücken stecken. *schnief* Das wird dann doch nicht meins. Schade, schade.

Nun sitze ich hier mit der Visitenkarte und weiß nicht, ob ich damit überhaupt noch was anfangen will. Ich werde noch mal genau messen und vielleicht ein Familienmitglied schnappen zur Unterstützung und das noch mal ansehen.

Geld ausgeben ist auch gar nicht so einfach.

Update: Ein erneutes Vermessen zeigte dann, dass das Sofa zwar von den Längen her unterzubringen wäre, aber die Höhe (die ich zum Glück auch mal ausgemessen hatte) passt mir nicht. 15 cm höher als das alte. Abgelehnt.