Perlendrehen Teil 5 – die Nacharbeit und Allgemeines
Damit sind wir dann schon fast am Ende angekommen. Jetzt kommt die Arbeit, die ich nicht so gern mache:
Perlen vom Dorn zwingen und ausputzen:
Nachdem die Perlen sich schön im Vermiculit entspannen konnten, stellt man die Dorne mit den Perlen in eine Schale mit Wasser. Nun löst sich das Trennmittel mehr oder weniger ab und die Perle kann vom Dorn gedreht werden. Manchmal muss man eine Zange zur Hand nehmen, um den Dorn festzuhalten. Er ist ja so dünn, dass man ihn nicht so gut greifen kann und das Trennmittel hält doch teilweise ganz schön fest.
Hat man die Perle gelöst, befinden sich noch Trennmittelreste im Perlenkanal. Denen kann man nun mit diversen Hilfsmitteln an den Kragen gehen. Ich benutze eine ganz feine Feile mit kleinem Durchmesser. Schön alles rauskratzen und nicht am Perleneingang rumfeilen, sonst ist der nachher zerkratzt. Dies ist dann auch der Moment, in dem die Perlen meistens das Zeitliche segnen, wenn sie entweder nicht gut genug entspannen konnten oder wenn man Glas erwischt hat, das sich nicht verträgt. Kann aber auch irgendwann später passieren.
Hier sind noch zwei Beispiele für kaputte Perlen. Leider ganz aktuell, da es grade ein Problem mit Klarglas gibt.
![]() |

Ansonsten ist die Perle nun fertig und kann weiter verarbeitet werden, wenn man möchte.
Fertig und Ende. ![]()
Hier noch ein paar Links zum Gucken und Staunen. Ich kann hier ja nur eine kleine Auswahl verlinken, konnte mich nicht entscheiden und hab jetzt mal einfach in den großen Topf gegriffen. Ich werde auch nicht kommentieren, sonst komm ich aus dem Schwafeln gar nicht mehr raus.
Anastasia
Carol Holaday
Corina
Elizabeth Johnson
Kati
Sarah
Carlee
Und ganz zum Schluss ein Geheimnis: Ich kann gar keine schönen runden, gleichmäßigen Perlen mit Löchern genau in der Mitte machen. ![]()
Ich kann nicht grade und gleichmäßig. Egal was, nicht nur beim Perlen. Ich sehe es einfach nicht. Ich gucke auf die Perle und kann nicht erkennen, ob sie gleichmäßig ist. Also wenn sie wie ein Tropfen runter hängt, dann sehe ich das natürlich schon, aber wenn es um einen Millimeter geht…
Soll ich nun deshalb mit dem Perlen aufhören? Nö. Das ist halt so. Wer schreibt den vor, dass Perlen symmetrisch sein müssen? Gibt es ein deutsches Perlengesetz (was mich jetzt nicht wirlich wundern würde)? Muss ich mit dem Perlenkontrolleur rechnen, wenn es klingelt? “Frau kobalt, wir haben gehört, dass sie Perlen machen. Ich muss die jetzt mal mit dem Messschieber vermessen und wenn die nicht gleichmäßig sind, dann können sie aber mit einer fetten Strafe rechnen und ihren Perlenbrenner, den werde ich dann auch gleich stilllegen.”
Also meine Perlen sind so, wie ich sie mache für mich richtig. Meinetwegen sollen alle anderen doch Perfektionisten sein, das bin ich auf anderen Gebieten. Beim Perlen möchte ich Spaß haben.
Meine Perlen sind unrund! Und das ist gut so!
Perlendrehen Teil 2 – das Glas
2 comments
Sonntag, 21. Oktober 2007, 9:18 Uhr |
kobalt |
Allgemein, aus Glas |




Fein gemacht!
)
Lehrreich und sehr sympathisch
Ich mag auch nichts, was perfekt und exakt zu sein scheint ;o)
Deshalb habe ich auch scheinbar ein kleines Problem.
Vielleicht kannst Du mir einen Tipp geben.
Meine Perlen sind nach dem drehen leider nicht so farbig,wie sie es sein sollten. eher schwarz verkohlt und teilweise blasig.
Was mach ich Dunsel da nur falsch?
Hallo Blümle,
das hört sich nach zu heiß und zu dicht am Brennerkopf an. Versuch es mal ein bisschen weiter hinten in der Flamme. Dauert länger, man braucht mehr Geduld, aber das Glas wird es dir danken.
Oder du sitzt am Eingasbrenner und da ist manches Glas nicht ohne.
Da ich perlentechnisch leider gar nicht mehr aktiv bin, empfehle ich dir das tolle Forumhttp://www.herz-aus-glas.com/
Dort sind ganz liebe Perlenhühner, die dir alle Fragen geduldig erklären.
Ansonsten immer eine volle Gasflasche im Haus!