So, nun hat es mich auch erwischt. Nach rund 20 Jahren sporadischer Probennehmertätigkeit.

Wir haben dienstliche Anweisung mit Privatfahrzeugen nur auf befestigten Straßen zu fahren. Nun ist der Mensch ja von sich aus faul und hat bei der Probenahme auch mal so einiges zu schleppen. Außerdem sind nicht alle Messstellen so ganz straßennah. Also wird dann doch der ein oder andere Weg befahren, der noch für befahrbar gehalten wird, auch wenn es sich um keine asphaltierte Straße handelt.
Bis gestern ist das immer gut gegangen. Gestern hat mich dann mein “hier geht es noch”-Gefühl verarscht.
Alles wäre gut gewesen, hätte ich nicht irgendwo wenden müssen. Dabei hab ich mich dann ein bisschen zu weit ins Gelände gewagt und das war es dann. Zuerst hab ich das gar nicht kapiert. Wieso will das Auto nicht rückwärts? Vorwärts auch nicht. :raetsel:
Ein Blick nach draußen: bis zur Hälfte Felge im Matsch versunken.
Hm… versuchen die Karre zum schaukeln zu bekommen. Wenig Gas, vorwärts, rückwärts, kein Schaukeln. Vorsicht Gas und in alle Richtungen lenken, auch nix. Thermomatte für die Scheibe hinter die Vorderreifen geklemmt, Thermomatte versank unter den Reifen im Matsch.
Es half alles nix, ich musste mir eingestehen, dass ich aus der Sachen nicht so einfach rauskommen würde. Und nu?
Erster Gedanke… Papa! Oder Tobi? Hallo! Bitte realistisch bleiben! Beide hätten etwa eine Stunde zu mir gebraucht und dann hätten sich Golf oder Astra solidarisch mit einbuddeln können. Eine Modderstraße befahren können oder jemanden dort rausziehen, sind ja zwei paar Schuhe. Blödsinn.
ADAC? Ich war nicht auf einer öffentlichen Straße, irgendwo auf einer Waldlichtung. Das deckt mein Schutzbrief wohl eher nicht ab. Gekommen wären sie sicherlich, nur was hätte ich dafür löhnen dürfen? Dass mein Arbeitgeber da trotz Anweisung auch nur einen Cent zusteuern würde, wäre wohl illusorisch.
Also was haben die dienstlichen Einbuddler vor mir getan? Einen Trecker besorgt. So jedenfalls wurde es überliefert. Zum Glück war das nächste Dorf bei dieser Messstelle nicht so weit entfernt. Glück gehabt.
Also Auto zu und losgestiefelt. Hab noch versucht bis zum Dorf (geschätzte 2 km) zu trampen, aber ich muss gestehen: auch ich hätte die Person mit den dreckigen Gummistiefeln nicht in mein Auto einsteigen lassen. Man konnte mir mein Dilemma ja nicht ansehen. Das Auto stand unsichtbar im Wald.
Die erste erreichte Zivilisation war eine Firma, die Gewürze herstellt und dann wurde alles gut. :-)
Die hatten einen eigenen Trecker und ein junger Mann war super hilfsbereit. Schwupp saß ich auf dem Hilfsplätzchen neben ihm im Führerhaus und wir tuckerten meinem Yaris zur Hilfe. Alles sollte gut werden. Dabei möchte ich noch mal anmerken, dass ich mir wünschen würde, dass Toyota diese Haken fürs Abschleppseil ruhig mal größer machen könnte. Was für eine Fummelei, um das Seil da zu befestigen.
Nachdem mein Kleiner ruckzuck aus dem großen Loch befreit war, versuchte ich es dann allein weiter, um nach etwa 30 cm erneut zu versinken. Den Matscheweg, den ich vor einer Stunde noch mutig befahren hatte, hatte der Schlepper in eine Kraterlandschaft verwandelt. Und ich rutschte von einer Tiefe in die nächste. Also noch mal an den Haken und in Sicherheit gebracht. Puh!
Ich hab dem jungen Mann dann noch einen Obolus für die Kaffeekasse in die Hand gedrückt und empfehle hiermit jedem Steinicke Gewürze. Tolle Firma. Mit eigenem Trecker!

Übrigens hatte ich jetzt einen guten Grund mal wieder mein Auto zu waschen. Ich ärgere mich echt, dass ich vergessen habe, ein paar Bilder zu machen. Selber sah ich auch lecker aus, sogar zwischen meinen Zähnen hat es geknirscht.
Aber das haben wir damit dann auch abgehakt. Jetzt muss mein Chef mir nur noch sagen, auf welchen Kostenträger ich Festfahren buchen soll. ;-)