Eine Reise, die ist lustig
Ist das genial? Egal wo ich bin, mein Internet habe ich dabei.
Außer natürlich in der Bahn. :-/
Unterwegs war ich heute in Regionalbahnen. In Regionalbahnen reist man ohne Gepäck. Das sagen jedenfalls die Planer. Die Kunden sehen das ein wenig anders und schon ist das Chaos perfekt. Große Koffer sind sowieso nicht bahntauglich. Das merkt man spätestens dann, wenn man im Gang Gegenverkehr hat. Das Trolleyding will sich wegen seiner Breite ja schon mal nicht hinterher ziehen lassen, also muss man das umständlich längs hinter sich her schleifen. Wenn sich dann zwei Koffermenschen auf der Suche nach einem Sitzplatz und einem Rastplatz fürs Gepäck begegnen, wird es spannend. Entweder gibt es auf einer Seite einen Rückzug bis in den Vorwagen, wie ich das Ding jetzt mal in Ermangelung des richtigen Namens nenne oder einer quetscht sich zu zwei bereits sitzenden Passagieren in die Sitze. Der Riesenkoffer muss dann noch vom Kofferträger (Kofferhintersichherschleifer wäre eigentlich richtiger) Nr. 2 inklusive seines eigenen Gepäcks überwunden werden.
Schöne Episoden waren das heute. Ich hatte jedenfalls alles in meinen kleinsten Trolley gepresst. Ich kenn schließlich Bahnreisen.
Nun sind wohl am Sonntagnachmittag die Züge sehr voll, was die Bahn allerdings nicht dazu veranlasst, längere Züge einzusetzen. Ja, ich weiß, die Bahnsteige sind nicht lang genug, deshalb geht das nicht. Aber ich saß heute in einem Kurzzug, der aus allen Nähten platze. Den kann man doch wohl sicher upgraden, oder?
Eine schöne Geschichte war dann auch, als sich die freundliche (ja, die war wirklich ausgesprochen gut gelaunt) Servierkraft mit ihren Kaffeewägelchen durch die Menge schob, die schon vorher kaum wusste, wo sie mit sich hin sollte. Aber Menschen sind komprimierbar, stelle ich immer wieder fest. Irgendwie war das Kaffeewägelchen der Brüller, denn es gab Kaffe und – jetzt kommt der Höhepunkt – Schwarzwälderkirschtorte. Juchu! Da hatten alle drauf gewartet. Besonders die, die zwischen den Sitzen standen, die Beine rechts und links vom Gepäck. Was könnte in der Situation schöner sein, als links ein Tässchen Kaffee, rechts ein Stückchen Schwarzwälderkirsch in der Hand.
Als das Wägelchen bei uns ankam, verlor die gute Frau doch glatt die Kontrolle über ihre Beine und landete bei einem Opa auf dem Schoß. Der nahm es gut gelaunt. Und zum Glück auch seine Angetraute. Oder sie machte nur gute Miene zum bösen Spiel und Opa bekam zu Hause die Hucke voll. Dabei war er absolut unschuldig, ich war Zeuge.
Aber irgendwann ist auch die schönste Bahnfahrt vorbei.
Mein Trolley hat den Weg über die gepflasterten Straßen 2 km zum Hotel gut überstanden, das Wetter ist herrlich und jetzt werde ich mir mal die Stadt von Goethe und Schiller noch ein wenig ansehen.
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Sonntag, 28. September 2008, 18:46 Uhr |
kobalt |
Allgemein, Unterwegs |



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