Zwanzig Minuten vor Feierabend ruft mich auf dem Handy ein völlig unbekannter Installateur an. Ob ich grade eben in meiner (50 km entfernten) Wohnung gewesen wäre. Leider ist das Beamen ja noch immer nicht erfunden und deshalb war meine Antwort ein klares Nein. Aber die Alarmglocken gingen schon langsam an…
Er erzählte, er wäre grade bei meiner Nachbarin unter mir, hätte dort das Wasser abgestellt und etwas repariert und seit sie nun das Wasser wieder angestellt hätten, würde mein Wasserzähler (der intelligenterweise im Bad meiner Nachbarin installiert ist) laufen und man höre es plätschern. Sie hätten das Wasser erst mal wieder abgestellt, ob ich mal jemanden mit Schlüssel schicken könnte.

Ahhhh! Man höre es plätschern??!!?? Was so durch meinen Kopf ging in diesem Moment kann sich wohl jeder vorstellen…
Ich schließe die Tür auf und werde mit einer Flutwelle die Treppe runter gespült. Alle Möbel, inkl. Einbauküche, müssen raus, das Haus muss komplett von innen erst mal getrocknet werden. Ich schlafe auf einer quietschenden Dreibeinliege, all meine Kleidung ist leicht feucht (hat mal jemand Camping gemacht?) und riecht muffig. Meine Küche ist ein Eimer unter dem Wasserhahn, sowie eine Doppelkochplatte und ein Wasserkocher auf dem Gartentisch.
Ich bin 50 km (und 50 Minuten) von meiner Wohnung entfernt und dazu noch grade in einer Arbeit, die ich erst mal fertig machen muss und bei mir zu Hause entsteht grade das nächste Sealife.

Also wird der weltbeste Papa angerufen, der ja nur fünf Minuten von der Sintflut entfernt wohnt und der flitzt auch gleich los. Inklusive der weltbesten Mama und Feudel.

Und während ich noch pulsbeschleunigt mein Geraffel zusammenpacke und schon auf dem Sprung bin, kommt schon der alles auflösende Anruf: Alles in Ordnung! Die Wasserspülung hat wohl irgendwie das An- und Abstellen des Wassers nicht weggesteckt und fing an zu laufen. Das war das Plätschern.

Nix mit Aquarium, müssen wir doch mal zu Hagenbeck.

Welle
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