Waschtag
Heute war ich im Zoo. Ach nee, in der Waschanlage. Aber das war so ähnlich wie Zoo.
Ich stand “außen vor” und hab gestaunt. Und das kam so:
Mein Auto ist ja tagtäglich auf deutschlands norddeutschlands Straßen unterwegs. Da wird das schon mal ganz schön dreckig, vor allem im Winter. Von innen wie von außen. Und manchmal ist man gezwungen von innen an der Windschutzscheibe rumzuwischen, weil man nix mehr sehen kann. Anschließend kann man noch weniger sehen und das ändert sich auch von allein nicht mehr. Also war es heute soweit. Nachdem ich mein Auto von der Inspektion abgeholt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Selbstwaschanlage.
Ich bin ja da nicht so pingelig und vier Euro sollten reichen. Vorwäsche mit dem Hochdruckding, Schaumwäsche mit der Bürste, abspülen mit Hochdruck und die letzte Münze für den Staubsauger.
Schon am Münzautomaten ging es los. Nachdem ich den Automaten mit meinen Euros gefüttert hatte, warf ich einen wirklich schnellen Blick auf die verschiedenen Tasten, welche davon nun für das Ausspucken der Waschmünzen zuständig wäre. Das dauerte dem hinter mir wartenden 18jährigen Pickelgesicht schon zu lange und er rief mir ein “Bestägigen!” zu.
Huch. Ich bin doch gar nicht so ein Techniklegastheniker und hätte es eine Sekunde später sicher auch gesehen. Aber hier ist man ja nicht zum Plaudern, hier wird gearbeitet und das hart und schnell.
Die äußere Reinigung meines Autos brachte ich dann fehlerfrei zustande. Jedenfalls schien keiner in der sich vor meiner Box bildenden Schlange Beanstandungen zu haben. Aber wenn man für jede Waschoption nur 1 € rausrücken will, muss man sowieso im Laufschritt arbeiten. Sonst heißt es nachwerfen. Oder mit schaumigen Auto nach Hause fahren. Das ist wohl mehr was für Regentage.
Anschließend Innenreinigung. Während ich den Saugschlauch von hinten nach vorne und zurück durch mein Auto quälte und aufpassen musste mich nicht darin zu verknoten, gesellte sich ein Profi-Reinigungsteam mit ihrem Auto neben meinen Saugplatz.
Während der ganzen folgenden Prozedur konzentrierte man sich ausschließlich auf seine Arbeit und wechselte nicht ein Wort miteinander. Auf jeden Fall war alles vollkommen eingespielt, jeder wusste wann er was zu tun hatte und es gab einfach nichts zu besprechen.
Sie riss alle Fußmatten aus dem Auto und schlug sie gegen ein für diesen Zweck aufgestelltes Gitter. Bei mir hatte auch kurzes Auswedeln gereicht. Er begann damit das Auto mittels eines Abziehers vorzutrocknen. Nur vorzutrocknen, weil er anschließend die restliche Feuchtigkeit mit einem Tuch abtrocknete. Da fing ich an mich zu fragen, was die wohl machen, wenn die mit ihrem Auto in den Regen kommen.
Während ich damit beschäftigt war meine verschmierte Frontscheibe zu reinigen, bereitete meine Nachbarin das Saugen vor. Sie nahm nicht etwas den Saugrüssel, warf die Münze ein und begann ihre Arbeit. Nein, der Saugrüssel wurde taktisch günstig im Auto positioniert, danach warf sie die Münze ein, um in der gleich Sekunde dem Rüssel ins Auto hinterher zu hechten. Time is money. Nur keine kostbaren Sekunden verschenken, indem man mit dem Schlauch durch die Gegend wandert.
Er fummelte derweil an den Felgen. Keine Ahnung, was man nach der Wäsche an den Felgen fummeln muss. Aber ich bin ja Laie.
Inzwischen war ich mit meiner Auto-Katzenwäsche fertig und wäre vor Begeisterung fast mit offenem Kofferraum von dannen gezogen. Grade noch so gemerkt.
Nächstes Mal fahre ich lieber nicht am Freitagnachmittag, wenn die Wasch-Profis da sind. Ist ja peinlich, wenn man so gar keine Ahnung von dem hat, was man da eigentlich tun müsste. Hier habe ich ganz klare Defizite durch mein Elternhaus. ![]()
3 comments
Freitag, 19. Dezember 2008, 16:10 Uhr |
kobalt |
Allgemein, Tagesschau |



Richtig, ein Auto ist zum Fahren und nicht zum Putzen. Ein bis zweimal im Jahr sollten reichen.
Ich glaube, da müssen wir mal zusammen einen Kurs bei der Volkshochschule besuchen.
Ja, meditatives Autowaschen und den berühmten Schmutzlösetanz in der VHS Kanakendöbbel.