Theorie und Praxis
Da es heute (am Sonntag) eigentlich regnen soll (tut es aber gar nicht), haben wir den gestrigen Tag genutzt, um Tobis neue Wanderschuhe einzulaufen. Jedenfalls Tobi, der hat auch die Blasen bekommen.
In der Vorbereitung am Rechner waren etwa 10 km plus die zusätzlichen Kilometer für die Multis geplant. Aber das Kartenmaterial für dieses Eckchen im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist irgendwie nicht das Beste, dabei haben wir schon eine ganz gute Auswahl. Wege konnten nur erahnt werden und wenn es um die Umgehung von Fischteichen geht, dann sind wir sowieso schon sensibilisiert. Da kommt man vielleicht noch hin, dann steht man vor einem Zaun und dort ist Ende. Deshalb hatten wir sogar einen Plan B auf dem GPSr. Der uns aber im Nachhinein kein Stück geholfen hat, denn weder Plan A, noch Plan B waren zugänglich. Der geplante Weg, der auf jeden Fall vorhanden sein sollte, entpuppte sich als ein Streifen Gras zwischen zwei Bauernhäusern, der in eine Kuhweide mündete. Kehrtwende.
Bis dahin war alles noch ganz gut verlaufen, wir hatten drei mehr oder weniger merkwürdige, aber auch sehr schöne Caches gefunden und noch zwei Nach-uns-Cachern Hilfestellung gegeben. Manchmal muss man einfach mal im Plan weiter lesen und wenn schon die letzten 5 Cacher loggen, dass an Station 3 der Micro nicht zu finden ist, hat es wenig Sinn, sich dort ewig aufzuhalten und jedes Blatt umzudrehen. Und wenn die Aufgabe an Station 4 so eindeutig ist, dann geht man einfach mal der Nase nach und versucht Station 4 ohne Koordinaten zu finden. Soll ja im echten Leben auch Leute geben, die ohne Uschi durch die Welt fahren.
Aber ab der Kuhweide nahm alles eine unglückliche Wendung. Wir mussten an der Straße lang und auch wenn dort Autos am WE die Ausnahme sind, läuft es sich auf Straßen nicht so schön. Die Birnen am Wegesrand waren geschmacklos und in nächsten Nest gab es weder etwas zum Trinken, noch ein Eis, noch sonstwas. Und dann gab es irgendwann wieder einen Waldweg in die richtige Richtung. Die nächste halbe Stunde möchte man dann lieber aus dem Gedächtnis streichen. Bis dahin waren wir noch einigermaßen unversehrt, was sich aber in mannshohen Brennesseln, Diesteln, Brombeeren, tiefhängenden Ästen, knöcheltiefem Morast und Fliegegetier schnell änderte. Und dann die Schmach, sich eingestehen zu müssen, dass man umdrehen und den gleichen Weg noch mal zurück muss. Schnega nur 500 m vor einem, aber trotzdem unerreichbar. In diesem Moment bin ich immer froh über das GPSr, das ja den Hinweg unermüdlich aufzeichnet, so dann man auch wieder problemlos zurück findet.
Der Cache in Schnega wurde aus Erschöpfung dann nicht beendet, auch hier fehlt wohl ein Hinweis und wir hatten keine Lust noch mal zu interpolieren. Das heißt, die ganze Anstrengung war eigentlich umsonst gewesen.
Der Rückweg war dann allerdings wieder schön, da wir auf einem Fernwanderweg (irgendwas mit Adria) unterwegs waren. Muss mal recherchieren, welcher genau das ist. Dort müsste zwar mal wieder die Heckenschere ran, aber ansonsten lief es sich wunderbar.
Und im Auto erwartete uns dann auch noch eine Flasche mit köstlich warmem Wasser. Ach ja, aus den geplanten 10+ km sind dann 19 km geworden. Und die Dusche zu Hause war grandios! Wir müssen bloß noch jemanden engagieren, der uns nach diesen Touren was zum Essen kocht.
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Sonntag, 9. August 2009, 11:30 Uhr |
kobalt |
Allgemein, Geocachen |



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