Grad hab ich Urlaub und darüber bin ich wirklich mehr als froh. Weil…
Der Plan Teil 1:
Die Woche vorm Urlaub wimmelt von dienstlichen Terminen, die mit vielen auswärtigen Leuten abgesprochen sind. Außerdem wird am Donnerstag (meinem letzten Arbeitstag) bis zum bitteren Ende gearbeitet, damit meine Kollegin mit meinen fertigen Analysen fette Rechnungen schreiben kann.
Am Samstag geht es dann ganz früh los mit dem kleinen Japaner an den Bodensee und wir verbringen dort eine herrliche Woche.
Die Ausführung Teil 1:
Am Dienstagnachmittag bleibe ich mit dem kleinen Japaner liegen und der beste aller Papas schleppt mich 40 km in die meiner Haustür am nächsten gelegene Werkstatt.
Ich bekomme das Auto der besten aller Eltern geliehen, damit ich Mittwoch meine Termine einhalten kann.
Mittwochmittag ruft mich der Meister der Werkstatt an, fragt mich, ob ich sitze und eröffnet mir, dass der kleine Japaner das mit dem Gas doch nicht so gut verkraftet hat und die Reparatur teuer wird und lange dauert, da man erst mal alles bestellen muss und noch nicht genau weiß, was man für Teile braucht.
Ich bekomme auch am Donnerstag das Auto meiner Eltern (als Pendler plötzlich ohne Auto da zu stehen ist ein tolles Gefühl!), mache bei der Arbeit in dem Moment Schluss, als der auswärtige Gast mein Büro verlässt und lasse Analysen Analysen sein. Geld verdient wird, wenn die Karre wieder läuft. Meine Eltern brauchen ihr Auto schließlich auch mal.
Die Fahrt an den Bodensee treten wir mit Tobis Opel an. Wird zwar teurer, weil wir ja nicht mit Gas fahren, aber immerhin können wir für den Rückweg in Österreich richtig günstig tanken. Die Hinfahrt beginnt morgens vor 7 Uhr mit dem Kauf von Sicherungen für den Zigarettenanzünder, weil wir zu viel Gerödel dran stecken wollen. Was immerhin klappt: wir verbringen eine herrliche Woche.
Der Plan Teil 2:
Ich komme aus dem Urlaub zurück, hole für viel Geld mein Auto aus der Werkstatt und alles wird gut.
Da ich weiter Gas tanken möchte, mache ich mich mal langsam schlau nach einem Auto mit Gas ab Werk, denn die Motoren sind für die heißere Verbrennung ausgelegt.
Rasen mähen wär auch dran.
Die Ausführung Teil 2:
Der Rasenmäher läuft nicht mehr so toll. Untertourig und geht fast aus beim Mähen. 20 Jahre hat er auf dem Buckel. Ich gewöhne mich an den Gedanken, dass es auch noch ein neuer Rasenmäher werden könnte. Macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Ich hole mein Auto aus der Werkstatt, bezahle viel, viel Geld und mache mich direkt auf dem Weg zum Rasenmäherfachmann. Dabei geht nach ein paar Kilometern die Werkstatt-Lampe an. Ich möchte zusammenbrechen.
Der Weg zur Rasenmäherwerkstatt wird fortgesetzt, eine neue Zündkerze erworben und ab zurück in die Werkstatt. Zum Glück ist sie zu Fuß gut erreichbar. Das Auto bleibt bis zum Abend dort. Irgendwas wird hin und her getauscht und ich kann mein Auto mit schlechtem Gefühl wieder mitnehmen.
Der Rasenmäher zeigte keine Besserung. Ich kaufe ihm einen neuen Spritfilter. Der Rasenmäher läuft wieder wie vor 20 Jahren. Ich bin begeistert, denn ich habe ganz allein meinen Rasenmäher repariert. Ich erwäge eine Rasenmäherfachwerkstatt zu eröffnen. Rasenmäher reparieren ist nämlich total einfach.
Mein Auto läuft erst mal ohne Werkstattlämpchen, das Misstrauen bleibt.
Ich gucke mal bei Opel und VW vorbei. Bekomme bei VW ein Angebot, das mir nicht gefällt. Opel will mir das Angebot mailen, tut es aber nicht. Danke auch, ich verbringe meine Zeit total gern sinnlos in Autohäusern.
Der Plan Teil 3:
Samstag, Stadtfest in Lüneburg, ich bin mit Tobi vorm Labor verabredet. Er lässt sein Auto dort, kommt am WE mit zu mir. Montag gehe ich ein paar Stunden arbeiten (meine Kollegin kann dann endlich Geld für uns verdienen) und Tobi hat einen Termin zum Reifen wechseln in der Werkstatt in LG. Mittags fahren wir mal schön nach Hamburg zu Ikea.
Die Ausführung Teil 3:
Ich starte Samstag gen Lüneburg, ein paar Kilometer später geht das Werkstattlämpchen an. Die Werkstatt hat noch offen, also mache ich gleich die Biege. Tobi wollte auch schon früh losfahren, also versuche ich ihn übers Handy zu erreichen und zu stoppen. Mein Handy macht aber nur noch besetzt. SMS gehen auch nicht raus. Ich glaube das alles nicht. Also noch mal nach Hause und vom Festnetz angerufen. Zum Glück kann ich ihn noch stoppen, er will nun direkt zu mir fahren. Ich wieder ab ins Auto und zackzack in die Werkstatt. Die lesen den Fehler aus, geben mir mein Auto wieder mit, aber am Montag soll ich ihn wieder bringen.
Das Auto fährt doof, ich mag nicht damit fahren, es steht das WE vor der Tür und hätte auch schon in der Werkstatt bleiben können. Ich habe ein Tütchen für den Autoschlüssel bekommen, damit ich den in den Briefkasten werfen kann am Sonntagabend.
Tobi holt mich ab, wir fahren nach Lüneburg zum Stadtfest, das dieses Jahr aber sehr abgespeckt und irgendwie blöd ist.
Am Sonntag bringen wir das Auto zur Werkstatt und versuchen das Tütchen mit dem Schlüssel im Briefkasten zu versenken. Geht nicht, man kann das Tütchen immer greifen. Wir fummeln hin und her, es geht einfach nicht. Mein Papa bringt den Schlüssel am Montagmorgen persönlich vorbei. Er und die Autoteilverkäuferin versuchen den Schlüssel in den verdammten Briefkasten zu werfen. Er plumpst beim ersten Versuch bis zum Erdmittelpunkt durch.
Montagmorgen fahren wir mit Tobis Auto nach Lüneburg, er bringt sein Auto dann zum Reifenwechsel in die Werkstatt. Am späten Vormittag ruft die Werkstatt an, dass sie sein Auto nur rausrücken, wenn er unterschreibt, dass er weiß, dass es nicht verkehrstüchtig ist. Bremsen und dies und das. Rechnung über 1000 €, das Auto können wir repariert am späten Nachmittag wieder abholen.
Meine Werkstatt ruft an und erklärt mir, dass ich mein Auto nicht vor Donnerstagabend wieder bekommen kann. Es müssen Teile mit einem bestimmten Werkzeug, das man nicht hat, ausgemessen werden und danach bei Toyota bestellt werden. Das dauert ein paar Tage. Und der Preis… Kann man mir noch nicht sagen, aber es scheint sich nicht um den unteren dreistelligen Bereich zu handeln.
Tobi und ich sind begeistert. Autos sind was Tolles. Wir verbringen einen Nachmittag in Lüneburg mit dem Warten auf unser Mittagessen, rumlaufen und irgendwann kommen wir auf den Gedanken, dass wir auch mit dem Handy geocachen können. Geocachend bewegen wir uns Richtung Opel. Tobi bezahlt seine Rechnung und ich lasse mir ein ganz gutes Angebot für einen Autogas-Corsa machen. Da ich meinen Japaner in Zahlung geben möchte, muss ich natürlich mit dem noch mal vorbei kommen. Klar. Ich schätze mal, in nicht allzu ferner Zeit gibt es ein großes Vakuum auf meinem Konto.
Mein Handy geht übrigens dann, wenn man die Datenverbindung unterbricht. Ich telefoniere mit der Hotline meines Providers. Die behaupten erst mal, dass ich zu doof bin (also nett ausgedrückt), dann erzählen sie mir Blödsinn (sag ich denen aber nicht, weil diskutieren sich nicht lohnt) und geben dann zu, dass das ein bekanntes Problem ist, an dem sie grade arbeiten. Sie melden sich.
Jedenfalls bin ich froh, dass ich grade Urlaub habe und nicht auf das Auto angewiesen bin. Ab nächster Woche hätte ich dann allerdings gern wieder einen fahrbaren Untersatz, auf den ich mich wenigstens noch ein paar Monate verlassen kann.
Und Ikea machen wir dann ein anderes Mal.