Ich sag euch eins: Harte Zeiten brechen an.
Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann lasse ich mein kleines japanisches Auto (das allerdings Japan noch nie gesehen hat und in Ungarn geboren wurde) gern vorm Haus stehen und bewege mich auf meinen zwei Füßen durch meinen Heimatort. Mit Rucksack kann man eine ganze Menge bewegen und mit ipod und immerwährendem legalen Audionachschub aus dem Internet, wird es nicht langweilig.
Im Sommer ist das toll. Im Winter (und den Herbst zähle ich da einfach mal zu) hasse ich es, das Haus zu verlassen. Beschämend und ich arbeite daran. 
Nun kommt noch erschwerend hinzu, dass im Sommer ja bekanntlich durchgehend die Sonne scheint, während es im Winter immer stürmt, schneit oder zumindest regnet.
Gestern wollte ich nun zu unserem einzigen Elektro(fach?)markt, der natürlich außerhalb der Stadt angesiedelt ist, damit man ihn prima mit dem Auto erreichen kann. Und da freitags ja die Arbeit am Mittag endet, kann man dann auch diesen Weg mal zu Fuß erledigen. Wenn dieser Entschluss einmal gefasst ist, dann wird er auch nicht mehr umgeworfen. Entweder zu Fuß oder gar nicht. Basta!
Natürlich schien ein paar Minuten vor Start noch die Sonne, aber kaum überlegte ich, was ich wohl anziehen sollte, ging es auch schon los mit dem Getröpfel. Bisschen Regen ist ja nicht so schlimm. Regenschirm in die Hand uns los.
Nun ja, ihr ahnt es sicher schon wegen des Titels. Der Regen hielt sich die gesamten 13 Kilometer, wurde auch nur noch schlimmer und es war alles andere als schön.
Und wehe jetzt kommt mir einer mit: es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Soll ich wirklich für einen Stadtspaziergang meine Wanderschuhe anziehen? Sind die wirklich wasserdicht? Und dann? Regenanzug? Auf Regenschirm kann man ja auch nicht verzichten und das ist über so eine Strecke schon recht lästig. Nur selbst mit Kapuze hämmert einem der kalte, unfreundliche, schmuddelige Herbstregen ins Gesicht und läuft einem bestimmt über den Hals in die Klamotten. Brrr. *schüttel*
Ähnliches hatte ich nämlich mit der Hose. Die war von hinten so vollgespritz, dass sie Dank des Wassers an meinen Waden klebte. Und das nutzte eben dieses Wasser, um sich über meine Socken bis in meine Schuhe zu bewegen und mit der schon dort angeschwemmten Verwandtschaft eine lustige Party zu feiern. Ein richtig gemütliches Gefühl.
Der Elektroladen hatte dann noch nicht mal das, was ich in die Hand nehmen wollte und weil ich dafür so viel auf mich genommen hatte, hab ich es nach Rückkehr und Dusche bei Amazon bestellt. So! Jetzt ist Tobi genervt, weil er es nun bestimmt auch kaufen muss. Wir Armen, oder?
Tobi, kommst du Dienstag zum Spielen zu mir?
Jetzt will ich noch einkaufen, Flaschen zum Container bringen und mal gucken, ob meine Eltern schon Plätzchen gebacken haben. Natürlich zu Fuß. Der Weather Channel sagt light rain.
Harte Zeiten!

photo credit: argo_72