Man geht ja immer davon aus, dass andere Leute die grundlegenden Dinge des Lebens auch kennen. Aber es scheint ja doch so, dass jeder "grundlegend" anders definiert.
Bei der Arbeit sind wir in unserem Team 10 Leute. Einen Rechner haben zumindest 9 davon zu Hause. Bei Nr. 10 bin ich mir nicht sicher. Also ich könnte es mir ohne PC + Internet ja überhaupt nicht mehr vorstellen. Bei Urlaub oder mehrtägigen Dienstreisen wird schon mal vorab geguckt, ob irgendwie die Möglichkeit besteht, ins Internet zu kommen, denn die Vorstellung, mehrere Tage keine E-Mails abrufen zu können…
Aber zurück zum Thema. Also von diesen 9 Leuten mit Rechner, nutzen mehrere Onlinebanking (aber bei den Kolleginnen, machen das meistens die Männer), mehrere E-Mail und einer wechselt so ständig seine Krankenversicherung. Aber das scheint es auch schon gewesen zu sein.
Nun frage ich mich, ist das wirklich so? Gibt es nur die "Poweruser" (blöder Begriff, aber mir fällt grade nix anderes ein) und die "Ignoranten"? Keine Mitte? Ist es vielleicht so, dass der, der das mal verstanden hat, was das Internet für Nutzen bringt, das dann auch richtig auskosten will? Und die anderen finden irgendwie den Weg nicht. Trauen sich kaum mal was in Google einzugeben. Oder eigentlich fällt ihnen nicht mal ein, dass sie Google benutzen könnten. Dieser "neumodische Kram" wird misstrauisch beäugt.
Wieso mir das grade einfällt? Tobi und ich haben in mühevoller Arbeit das Handbuch für unser Programm auf Drupal umgestellt. Von einem Word-Dokument, das schlecht zu pflegen war, nie auf dem aktuellen Stand und dem Updates immer nur angefügt und nicht eingepflegt wurden. Nun haben wir eine schöne Webseite, die recht aktuell ist, auf die jeder zugreifen kann und vor allem, wo auch jeder dran teilhaben könnte. Könnte! Mit Videos, Foren, Newsletter, einem Blog. Und was ist? Es tut sich nichts. Eine begeisterte Nutzerin, die aber allein auf verlassener Flur im Forum dümpelt und mit uns Dialoge führt. Haha. Vereinzelt wird mal dieses und jenes Thema angesehen. Ja, die Videos werden geguckt, das ist ja klar.
Aber wenn man nach Anwendertreffen fragt, dann sind alle dabei. Wollen sich austauschen und so. Gibt man ihnen die Möglichkeit, sich virtuell austauschen zu können, dann ist die Reaktion gegen Null. Mir scheint, beim Anwendertreffen ist das Attraktivste das Verreisen und nicht der Austausch.
Nun ist die Frage, wie bekommt man Internetignoranten auf eine Webseite? Sollen wir bei telefonische Anfragen nur noch aufs Handbuch verweisen? Auch nicht nett. Sollen wir ein Punktesystem einführen für Anmeldungen und der mit den meisten Punkten bekommt eine Prämie? Ist ja wie im Supermarkt.
Wir haben inzwischen vom Programm aus direkt mit einem fetten Button auf die Webseite verlinkt und werden in Zukunft auch Hilfe-Buttons oder sowas einfügen, die zum jeweilige Thema führen. Mal sehen, ob das was bringt.
Ich will mehr Poweruser!!!