Interessant

Wenn man in einer internen Besprechung mal die ausgeartete Länge der (eigentlich gar nicht vorhandenen) Frühstückspause anspricht, dann werden plötzlich sogar die Mitarbeiter wach, die sonst diese Veranstaltung in einem komatösen Zustand verbringen.

Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu

Ich hab grade was in einem Forum gefunden und bevor das ein übereifriger Mod löscht, kopiere ich das schnell mal, weil mir das nämlich die Augen geöffnet hat:

Moin erstmal,
gibts sowas wirklich und in echt ?
gibts da Dinge die nichzt zu ändern sind?
wir sind am verzweifeln und wollen unsere Wohnung verkaufen.
Grund.:
ein mann ist in unserem hause im suff erfrohren. vor der tür.
eine frau wurde vergewaltigt, was aus ihr geworden ist weis ich nicht.
das war vor unserer zeit.
eine frau ist in eine faust gelaufen – HWT – Notdienst – Polizei.
eine andere mieterin ist nicht "ganz richtig" und in behandlung.
ein andere mieter ist dem götzen allohol und auch anderen drogen verfallen.
sind wir die einzig normalen?
ich fass es nicht.
liegts am haus? regelt sich das mal von selbst und durchhalten ist angesagt?
was meint ihr?
aprospos – wir wohnen in einer sehr gut "bürgerlichen" gegend.

Wenn ich diese Frage lese, dann bin ich sicher, ich muss hier ganz schnell weg, hier stimmt was nicht, in der Gegend in der ich wohne.

Gegenüber der Mann ist schon mit Mitte 50 gestorben. Der Sohn wohnt noch immer bei der Mutter.
Der Mann von der früheren Vermieterin ist hier auch gestorben, aber das war vor meiner Zeit.
Mein Auto ist schon mal mit Farbe vollgeschmiert worden.
Der Nachbar schneidet seine Hecke immer nachdem wir meine geschnitten haben. Und ich weiß genau, dass die Alkohol trinken, Erdbeerbaumschnaps. Mindestens.
Die Nachbarin auf der anderen Seite geht jetzt am Stock. Mit 85! Die gegenüber hat sogar einen Rollator und da kommt der Pflegedienst.
Die unter mir machen nie den Garten. Egal wer da in der Wohnung grad wohnt.
Und ich hatte mal einen Freund, der war auch mal hier, der hat früher mal gekifft. Tobi hört nur lästerliche Musik, aber…
Mir ist heute das Rad umgekippt, nachdem ich es mit dem Ständer auf dem Rasen abgestellt hatte. Einfach so weggekippt zur Seite.

Hier stimmt doch was nicht!
Meine Eltern sind hier auch schon vor 10 Jahren ausgezogen, als ich hier eingezogen bin. Die haben das auch schon gewusst.

Ich bin jetzt auch voll am verzweifeln.

Neumodisch

Beim Heckeschneiden-Geklöne erzählt mir mein Papa, dass das mit dem Schornsteinfeger und der Gastherme diesmal blöd gelaufen sei. Schlechte Werte nach der langen Heizperiode, der Schornsteinfeger musste nach der Thermenwartung noch mal kommen. Und natürlich zweimal bezahlt werden.

Hm, denk ich mir, Termin für den Schornsteinfeger hab ich im Urlaub gemacht, dann seh ich mal zu, dass vorher noch die Therme gewartet wird.

Der Versuch eines Telefonats mit den Stadtwerken, bleibt jedoch ein solcher. Ich höre mir 17 Mal an, dass ich für einen Berater 1 drücken soll, drücke 1, höre dann, dass besetzt ist und lande wieder am Anfang. Abbruch.

Aber per E-Mail sollte das ja auch kein Problem sein. Also kurze Mail geschrieben, Wunschtermin genannt und ab damit.

Als ich am Abend nach Hause komme, stelle ich fest, dass die Stadtwerke versucht haben mich anzurufen. AB hab ich seit er kaputt ist und überhaupt nur noch Sie-haben-gewonnen- oder Lotto-Anrufe drauf waren, keinen mehr. Aber ich versuche am nächsten Tag zurück zu rufen. Erfolg siehe oben. Wie viele Leute nehmen da Anrufe entgegen? Überhaupt welche? Ich muss jedenfalls arbeiten und habe keine Zeit, kein Geld und keine Geduld in Warteschleifen rumzuhängen.

Am Abend wieder ein Anruf der Stadtwerke auf dem Telefon zu sehen. Wie war das mit den zwei Königskindern? Es will einfach nicht klappen. Meine Handynummer hab ich nicht angegeben, weil ich nicht erwartet hatte, dass die mich anrufen. Also wieso zum Henker beantworten die nicht meine Mail? Ist das nicht der normale Weg? Ich schicke eine Mail, die schicken eine Mail zurück, alles ist gut, alle sind zufrieden.

Heute morgen dann habe ich einen Brief (!) im Briefkasten. Papier. Blatt und Umschlag. Um mir mitzuteilen, dass die Wartung an meinem Wunschtermin stattfinden wird.

Auch eine Möglichkeit.

Old Romanian made phone
Creative Commons License photo credit: cod_gabriel

Urlaubsplanung

Noch eine Woche arbeiten, dann habe ich vier Wochen Urlaub.

Es ist (eigentlich) nichts Großes geplant, also keine Reise nach Malle oder die Renovierung meiner kompletten Wohnung (obwohl das auch mal dran wäre), trotzdem sehe ich stressige Zeiten auf mich zukommen.

Auf meinem Server tummeln sich mehrere, viele GB aufgenommene Filme, die geguckt werden möchten. Neben weiteren GB ungehörter Hörspiele. Auf meinem ebook-Reader (geiles Teil!) wartet Stieg Larsson drei Mal auf mich. Natürlich nicht nur er allein, er ist in Begleitung von unzähligen weiteren must-read-Büchern. Das nennt sich dann Entspannung.
Ach ja, mit meinen Podcasts komm ich auch grad nicht hinterher, das aktuelle Hörbuch hat noch 1,5 Stunden, aber das schaff ich gleich beim Wohnung putzen, damit ich dann den angestauten Berg Podcasts kleiner machen kann.

Outdoor ist natürlich Geocaching geplant. Dieses Jahr sind wir nicht recht in die Gänge gekommen und wandertechnisch noch nicht richtig fit. Deshalb steht erst mal eine kleinere Tour auf dem Plan zur Einstimmung. Der Owner schreibt, der Cache sei nichts für Kinder und Anfänger. Eigentlich sind wir weder das eine noch das andere, aber die geloggte nicht-gefunden-Rate liegt bei 5% und die meisten loggen DNFs (did not find) eher nicht. Jedenfalls ist mit 5 Stunden und aufwärts zu rechnen. Und ein Gelände, das Querfeldein-Tobi wohl sehr entgegen kommt. Für den Rückweg im Auto müssen wir wohl blaue Säcke anziehen.

Ein weiterer Cache auf der Liste ist dann mit 30 km angegeben. Dafür nicht so ausgefeilt wie der erste, aber mit Höhenmetern. Ggf. kann man auf der Hälfte übernachten. Ich hoffe, es ist ausreichend, wenn wir da eine Mittagspause einlegen. Vielleicht sollten wir die Zahnbürste vorsichtshalber trotzdem in den Rucksack packen.

Dann hab ich noch was Schickes in Hamburg entdeckt, auch mit 30 km. Und im Wendland noch eine Rundtour und und und.

Ich hatte ja in Erwägung gezogen, in diesen vier Wochen den Perlenbrenner mal wieder anzuschmeißen. Ist ja auch ein tolles Hobby, wenn man genügend Zeit hat. Aber wenn ich das jetzt so sehe…

Fehlstart

Heute Dienstreise in die nähere Umgebung. Spät (6 Uhr) aufstehen, bisschen Internet, mit dem Rad zum Bahnhof.

4:30 Uhr klingelt das Handy zur gewohnten Zeit, ich will mich noch mal umdrehen, als mir in den Kopf schießt: was vergessen. Ich bin hellwach und realisiere, dass ich die Kontaktdaten für nachher nicht dabei habe. Vergessen. Ich weiß nur grob, wo wir hin müssen und Cheffe brauch ich gar nicht erst fragen.
Verdammt! Und wieso weiß ich das morgens um die Uhrzeit plötzlich im Schlaf. Hätte mir das nicht gestern im Schlaf einfallen können?
Jede Überlegung irgendwie an die Daten zu kommen verläuft ins Leere.
Statt dessen: aufstehen, Bad, 50 km Richtung Arbeit, Infos ausgedruckt, 45 Minuten unter Hochdruck gearbeitet (wo man schon mal quietschvergnügt vor Ort ist), 50 km zurück zum Heimatbahnhof, Milchkaffee gegriffen, Zug fährt ein.
Tagesstart Teil 2.
Ich guck mal eben, ob ich die Fahrkarte habe.

Die Qual der Wahl

Im Labor steht der Kauf eines neuen Gerätes für mich an. Ersatzbeschaffung nennt man das, weil die alte Gurke nun schon über 15 Jahre auf dem Buckel hat und nicht mehr Stand der Technik ist, außerdem langsam die Ersatzteile ausgehen. Also muss ein neues her. Da unser Land seine Steuergelder lieber anderweitig ausgibt, sagen wir das nun schon im dritten Jahr und endlich wurden wir erhört.
Wär die Gurke vorher kaputt gegangen, wär der Stress wieder ins Unermessliche gewachsen. Denn nicht die Herren Geldverteiler sitzen dann da mit meinen Proben, die nicht bearbeitet werden können, sondern ich.

Drei Firmen kommen überhaupt nur in Frage, Firma 4 sagt gleich mal, dass sie für unser Budget nicht mal den Außendienstler vorbei schicken.

So haben Chef und ich uns auf gemacht und Donnerstag Gerät A beguckt und vorführen lassen, sind dann abends zu Standort B gefahren und haben und am Freitag Gerät B beguckt. Gerät C ist am Dienstag dran.

Erst mal ist das total anstrengend. Überall muss man was essen und bekommt Kekse vorgesetzt und sitzt den ganzen Tag nur rum und redet und läuft vielleicht mal drei Schritte ums Gerät rum, um dann abends wieder zum Essen eingeladen zu werden. Puh! Ausgleich ist dann im Hotel nicht den Fahrstuhl, sondern die Treppe zu nehmen.

Bei Gerät A sieht man sich dies und jenes an und fragt seine vorbereiteten Fragen, lässt die mitgebrachten Proben vermessen und hat wieder neue Fragen. Bei Gerät B läuft der Tag dann anders ab als bei Gerät A und plötzlich hat man andere Fragen, auf die man im Vorfeld und bei Gerät A gar nicht gekommen ist und überhaupt lässt man sich viel mehr zeigen, weil man es auch angeboten bekommt. Zudem hat man so viel Input in den zwei Tagen, dass der Kopf nur so qualmt. Dabei hat man Gerät C noch gar nicht gesehen.

Und auf dem Bahnhof sind wir vorab schon mal zu dem Ergebnis gekommen, dass wir gern das Gerät A hätten, allerdings mit der Software und den Applikations- und Serviceleuten von Gerät B, der Empfindlichkeit von Gerät A und ich wette, Gerät C bekommen wir auch noch mit eingebaut.

Die Hoffnung, dass eine Demo am Gerät die Entscheidung erleichtern würde, ist jedenfalls verflogen. Ich bin gespannt, was wir dann nach dem Dienstag sagen.

Chemicals
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Zwei und zwei dauert manchmal länger

Meine Eltern fahren in den Urlaub. Irgendwie fahren die immer, wenn hier in unserer Stadt die Hölle die Tür aufmacht um mal zu lüften. Temperaturen jenseits von 30 °C scheinen mir zur Urlaubzeit meiner Eltern die Normalität zu sein.

Das bringt dann ein kleines Problem mit sich: Eigentlich bin ich von der Gartenbewässerung befreit, denn da kommt schon seit Jahren jemand von so einer Firma, die Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Menschen beschäftigt. Aber dieser Mann ist nicht das hellste Licht auf der Torte und meistens ertränkt er einen Teil der Pflanzen und den anderen macht er grad mal bügelfeucht. Ich hab dann immer ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass bei meiner besten Mama der Welt jede Pflanze einen Namen hat und versuche Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber dabei bin ich meistens auch nicht so gut und am Ende des Urlaubs müssen meine Eltern einen Batzen neue Pflanzen kaufen.

Aber ich komme vom Thema ab. Der Mensch also hat diesmal irgendwann abends vergessen den Wasseranschluss zu schließen, das Dosierteil ist durch den Druck vom Schlauch gesprungen und als ich am nächsten Tag mal nach dem Rechten sah, waren etliche Kubikmeter Wasser im Erdreich versickert. Natürlich nicht im Garten, sondern auf der Terrasse. Sehr ärgerlich, denn da meine Eltern keinen Brunnen haben (das ist jetzt bohren in offenen Wunden für einen Beteiligten), muss das Wasser bezahlt werden.

Nun sind meine Eltern wieder zurück, es hat die ganzen zwei Wochen nicht einmal geregnet. Mein bester Papa der Welt ruft mich letzte Woche abends an und fragt, ob wir vielleich doch ziemlich viel Regen gehabt hätten, die Zisterne im Garten sei bis oben hin voll. Und bevor sie losgefahren sind, wäre sie ratzekahl leer gewesen.
Aber nein, nicht einen Tropfen Regen hatten wir. Da muss ein richtiger Platzregen nur ein paar Kilometer von meiner Wohnung runter gegangen sein und mein eigener Garten hat nicht ein bisschen abbekommen. Gemein. Wir wundern uns, aber finden keine andere Erklärung.

Gestern sitze ich bei meinen Eltern auf der Terrasse und mein Papa und ich reden über die wundersame Zisternenfüllung, die wir uns überhaupt nicht vorstellen können. Immerhin sind das mehrere hundert Liter Regen und davon habe ich überhaupt nichts mitbekommen. Wir sitzen und grübeln. Unerklärlich das.

Als meine Mutter fragt, wo denn eigentlich das weggelaufene Wasser hingelaufen sei… *vornkopfhau Hitze macht blöd.

Na köstlich

In der Küche liegt noch ein angefangener Beutel mit Möhren rum. Auch bekannt als Mohrrübe, Karotte, gelbe Rübe.

Ich beschließe einen Möhrensalat draus zu machen. Mit Apfel, Zitronensaft, Pfeffer und Salz, bisschen Öl. Einfach, aber lecker und saftig. Etliche Male erprobt.

Also nehme ich die Küchenmaschine zur Hand, setze die Reibescheibe ein, die feine, und los geht es. Das Ergebnis sieht ziemlich filigran aus, aber ich bin sicher, ich nehme immer die feine Scheibe.
Fertig geraspelt kommt dann auch gleich der Erlediger durch. So nennt Tobi das immer. Alles gleich machen, also auch aufräumen und sauber machen. Die Küchenmaschine wird gesäubert und gespült und getrocknet und wieder an ihren Warteplatz gestellt, bevor ich den Raspelmöhren einen weiteren Blick gönne.
Und in diesem Moment fällt mir auf, dass ich den Apfel vergessen habe. Boh, wie blöd. Wird nicht so gut schmecken, aber diesmal dann ohne Apfel.
Dafür dann eben ordentlich Zitronensaft. Fertig gewürzt nehme ich einen Kochlöffel zur Hand, um alles zu vermischen und merke in diesem Moment, dass ich definitiv sonst nicht die feine Reibe nehmen. Nennt es Möhrenbrei. Ohne Apfel.

Die Geschmacks- und Konsistenzprobe hat mich dann entscheiden lassen, dass Möhren ja nicht so teuer sind. Buaaah, weg damit. Grauenhaft.

Lecker war dann auch der Biss in den getoasteten, schimmeligen Toast. Eindeutig am Geschmack erkennbar.


Creative Commons License photo credit: Moe_

Kulinarische Highlights!

Der Moment

Der gefühlt schönste Moment nach 12 km unterwegs beim Geocachen war dann heute Mittag dieser:

Geocaching 006

Für kein Geld der Welt zu bezahlen.

Und die 3 km bis nach Hause haben wir dann auch noch geschafft.

Immerhin scheint die Sonne

Grad hab ich Urlaub und darüber bin ich wirklich mehr als froh. Weil…

Der Plan Teil 1:

Die Woche vorm Urlaub wimmelt von dienstlichen Terminen, die mit vielen auswärtigen Leuten abgesprochen sind. Außerdem wird am Donnerstag (meinem letzten Arbeitstag) bis zum bitteren Ende gearbeitet, damit meine Kollegin mit meinen fertigen Analysen fette Rechnungen schreiben kann.
Am Samstag geht es dann ganz früh los mit dem kleinen Japaner an den Bodensee und wir verbringen dort eine herrliche Woche.

Die Ausführung Teil 1:

Am Dienstagnachmittag bleibe ich mit dem kleinen Japaner liegen und der beste aller Papas schleppt mich 40 km in die meiner Haustür am nächsten gelegene Werkstatt.
Ich bekomme das Auto der besten aller Eltern geliehen, damit ich Mittwoch meine Termine einhalten kann.
Mittwochmittag ruft mich der Meister der Werkstatt an, fragt mich, ob ich sitze und eröffnet mir, dass der kleine Japaner das mit dem Gas doch nicht so gut verkraftet hat und die Reparatur teuer wird und lange dauert, da man erst mal alles bestellen muss und noch nicht genau weiß, was man für Teile braucht.
Ich bekomme auch am Donnerstag das Auto meiner Eltern (als Pendler plötzlich ohne Auto da zu stehen ist ein tolles Gefühl!), mache bei der Arbeit in dem Moment Schluss, als der auswärtige Gast mein Büro verlässt und lasse Analysen Analysen sein. Geld verdient wird, wenn die Karre wieder läuft. Meine Eltern brauchen ihr Auto schließlich auch mal.
Die Fahrt an den Bodensee treten wir mit Tobis Opel an. Wird zwar teurer, weil wir ja nicht mit Gas fahren, aber immerhin können wir für den Rückweg in Österreich richtig günstig tanken. Die Hinfahrt beginnt morgens vor 7 Uhr mit dem Kauf von Sicherungen für den Zigarettenanzünder, weil wir zu viel Gerödel dran stecken wollen. Was immerhin klappt: wir verbringen eine herrliche Woche.

Der Plan Teil 2:

Ich komme aus dem Urlaub zurück, hole für viel Geld mein Auto aus der Werkstatt und alles wird gut.
Da ich weiter Gas tanken möchte, mache ich mich mal langsam schlau nach einem Auto mit Gas ab Werk, denn die Motoren sind für die heißere Verbrennung ausgelegt.
Rasen mähen wär auch dran.

Die Ausführung Teil 2:

Der Rasenmäher läuft nicht mehr so toll. Untertourig und geht fast aus beim Mähen. 20 Jahre hat er auf dem Buckel. Ich gewöhne mich an den Gedanken, dass es auch noch ein neuer Rasenmäher werden könnte. Macht den Kohl auch nicht mehr fett.
Ich hole mein Auto aus der Werkstatt, bezahle viel, viel Geld und mache mich direkt auf dem Weg zum Rasenmäherfachmann. Dabei geht nach ein paar Kilometern die Werkstatt-Lampe an. Ich möchte zusammenbrechen.
Der Weg zur Rasenmäherwerkstatt wird fortgesetzt, eine neue Zündkerze erworben und ab zurück in die Werkstatt. Zum Glück ist sie zu Fuß gut erreichbar. Das Auto bleibt bis zum Abend dort. Irgendwas wird hin und her getauscht und ich kann mein Auto mit schlechtem Gefühl wieder mitnehmen.
Der Rasenmäher zeigte keine Besserung. Ich kaufe ihm einen neuen Spritfilter. Der Rasenmäher läuft wieder wie vor 20 Jahren. Ich bin begeistert, denn ich habe ganz allein meinen Rasenmäher repariert. Ich erwäge eine Rasenmäherfachwerkstatt zu eröffnen. Rasenmäher reparieren ist nämlich total einfach.
Mein Auto läuft erst mal ohne Werkstattlämpchen, das Misstrauen bleibt.
Ich gucke mal bei Opel und VW vorbei. Bekomme bei VW ein Angebot, das mir nicht gefällt. Opel will mir das Angebot mailen, tut es aber nicht. Danke auch, ich verbringe meine Zeit total gern sinnlos in Autohäusern.

Der Plan Teil 3:

Samstag, Stadtfest in Lüneburg, ich bin mit Tobi vorm Labor verabredet. Er lässt sein Auto dort, kommt am WE mit zu mir. Montag gehe ich ein paar Stunden arbeiten (meine Kollegin kann dann endlich Geld für uns verdienen) und Tobi hat einen Termin zum Reifen wechseln in der Werkstatt in LG. Mittags fahren wir mal schön nach Hamburg zu Ikea.

Die Ausführung Teil 3:

Ich starte Samstag gen Lüneburg, ein paar Kilometer später geht das Werkstattlämpchen an. Die Werkstatt hat noch offen, also mache ich gleich die Biege. Tobi wollte auch schon früh losfahren, also versuche ich ihn übers Handy zu erreichen und zu stoppen. Mein Handy macht aber nur noch besetzt. SMS gehen auch nicht raus. Ich glaube das alles nicht. Also noch mal nach Hause und vom Festnetz angerufen. Zum Glück kann ich ihn noch stoppen, er will nun direkt zu mir fahren. Ich wieder ab ins Auto und zackzack in die Werkstatt. Die lesen den Fehler aus, geben mir mein Auto wieder mit, aber am Montag soll ich ihn wieder bringen.
Das Auto fährt doof, ich mag nicht damit fahren, es steht das WE vor der Tür und hätte auch schon in der Werkstatt bleiben können. Ich habe ein Tütchen für den Autoschlüssel bekommen, damit ich den in den Briefkasten werfen kann am Sonntagabend.
Tobi holt mich ab, wir fahren nach Lüneburg zum Stadtfest, das dieses Jahr aber sehr abgespeckt und irgendwie blöd ist.
Am Sonntag bringen wir das Auto zur Werkstatt und versuchen das Tütchen mit dem Schlüssel im Briefkasten zu versenken. Geht nicht, man kann das Tütchen immer greifen. Wir fummeln hin und her, es geht einfach nicht. Mein Papa bringt den Schlüssel am Montagmorgen persönlich vorbei. Er und die Autoteilverkäuferin versuchen den Schlüssel in den verdammten Briefkasten zu werfen. Er plumpst beim ersten Versuch bis zum Erdmittelpunkt durch.
Montagmorgen fahren wir mit Tobis Auto nach Lüneburg, er bringt sein Auto dann zum Reifenwechsel in die Werkstatt. Am späten Vormittag ruft die Werkstatt an, dass sie sein Auto nur rausrücken, wenn er unterschreibt, dass er weiß, dass es nicht verkehrstüchtig ist. Bremsen und dies und das. Rechnung über 1000 €, das Auto können wir repariert am späten Nachmittag wieder abholen.
Meine Werkstatt ruft an und erklärt mir, dass ich mein Auto nicht vor Donnerstagabend wieder bekommen kann. Es müssen Teile mit einem bestimmten Werkzeug, das man nicht hat, ausgemessen werden und danach bei Toyota bestellt werden. Das dauert ein paar Tage. Und der Preis… Kann man mir noch nicht sagen, aber es scheint sich nicht um den unteren dreistelligen Bereich zu handeln.
Tobi und ich sind begeistert. Autos sind was Tolles. Wir verbringen einen Nachmittag in Lüneburg mit dem Warten auf unser Mittagessen, rumlaufen und irgendwann kommen wir auf den Gedanken, dass wir auch mit dem Handy geocachen können. Geocachend bewegen wir uns Richtung Opel. Tobi bezahlt seine Rechnung und ich lasse mir ein ganz gutes Angebot für einen Autogas-Corsa machen. Da ich meinen Japaner in Zahlung geben möchte, muss ich natürlich mit dem noch mal vorbei kommen. Klar. Ich schätze mal, in nicht allzu ferner Zeit gibt es ein großes Vakuum auf meinem Konto.
Mein Handy geht übrigens dann, wenn man die Datenverbindung unterbricht. Ich telefoniere mit der Hotline meines Providers. Die behaupten erst mal, dass ich zu doof bin (also nett ausgedrückt), dann erzählen sie mir Blödsinn (sag ich denen aber nicht, weil diskutieren sich nicht lohnt) und geben dann zu, dass das ein bekanntes Problem ist, an dem sie grade arbeiten. Sie melden sich.

Jedenfalls bin ich froh, dass ich grade Urlaub habe und nicht auf das Auto angewiesen bin. Ab nächster Woche hätte ich dann allerdings gern wieder einen fahrbaren Untersatz, auf den ich mich wenigstens noch ein paar Monate verlassen kann.

Und Ikea machen wir dann ein anderes Mal.

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